Warum Ehrlichkeit wertgeschätzt werden muss - auch wenn es manchmal schwerfällt
- 4. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Unsere Reaktion auf die großen und kleinen Geständnisse unserer Kinder prägt die Beziehung von morgen

„Mama, ich habe aus Versehen die Vase kaputt gemacht.“
„Papa, ich habe in der Schule geschummelt.“
„Ich habe etwas gemacht, was ich eigentlich nicht durfte.“
Solche Sätze lassen das Herz vieler Eltern kurz schneller schlagen.
Natürlich wünschen wir uns, dass unsere Kinder ehrlich sind. Dass sie zu uns kommen, wenn etwas passiert ist. Dass sie uns vertrauen.
Doch genau in diesen Momenten entscheidet sich oft, ob Kinder auch beim nächsten Mal wieder zu uns kommen.
Kinder beobachten unsere Reaktion ganz genau
Wenn Kinder uns etwas Schwieriges erzählen, brauchen sie zunächst eines: Sicherheit.
Sie möchten wissen:
„Kann ich Mama oder Papa das sagen?“
„Werde ich jetzt angeschrien?“
„Bin ich trotzdem noch liebenswert?“
Unsere erste Reaktion prägt oft stärker als die eigentliche Situation.
Wenn wir sofort schimpfen, laut werden oder vorwurfsvoll reagieren, lernt das Kind möglicherweise:
„Beim nächsten Mal behalte ich das lieber für mich.“
Ehrlichkeit braucht Mut
Viele Kinder kosten Überwindung, wenn sie einen Fehler zugeben.
Deshalb kann es hilfreich sein, zunächst innezuhalten und zu sagen:
„Danke, dass du mir das erzählt hast.“
Oder:
„Ich freue mich, dass du ehrlich zu mir gekommen bist.“
Damit bedeutet nicht, dass das Verhalten in Ordnung war.
Aber wir würdigen die Ehrlichkeit unseres Kindes.
Und genau diese Ehrlichkeit möchten wir langfristig fördern.
Konsequenzen und Verbindung schließen sich nicht aus
Manche Eltern haben Sorge, zu nachgiebig zu wirken.
Doch Wertschätzung für Ehrlichkeit bedeutet nicht, dass es keine Konsequenzen geben darf.
Ein Kind kann einen Fehler gemacht haben und trotzdem Verständnis erfahren.
Beides ist möglich:
„Danke, dass du ehrlich warst.“
Und:
„Jetzt überlegen wir gemeinsam, wie wir die Situation wieder in Ordnung bringen können.“
Kinder lernen dadurch etwas Wichtiges:
Fehler gehören zum Leben.
Und man darf trotzdem darüber sprechen.
Die Grundlage für eine gute Beziehung in der Pubertät entsteht in der Kindheit
Viele Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder auch als Teenager offen bleiben.
Dass sie erzählen, wenn sie Sorgen haben.
Dass sie Hilfe suchen, wenn etwas schiefläuft.
Doch Vertrauen entsteht nicht erst in der Pubertät.
Es wächst über viele Jahre hinweg.
Immer dann, wenn Kinder erleben:
„Meine Eltern hören mir zu.“
„Ich darf Fehler machen.“
„Ich werde ernst genommen.“
„Ich kann ehrlich sein.“
Nicht perfekt reagieren müssen
Natürlich gelingt uns das nicht immer.
Manchmal erschrecken wir uns.
Manchmal sind wir wütend.
Manchmal reagieren wir anders, als wir es eigentlich möchten.
Das ist menschlich.
Entscheidend ist nicht Perfektion.
Entscheidend ist, dass unsere Kinder spüren:
„Meine Eltern sind für mich da – auch dann, wenn etwas schiefgelaufen ist.“
Fazit
Wenn Kinder mit ihren Sorgen, Fehlern und Geheimnissen zu uns kommen, ist das ein großes Geschenk.
Denn genau das wünschen sich die meisten Eltern auch für die Zukunft.
Die Grundlage dafür schaffen wir nicht erst in der Pubertät.
Wir schaffen sie heute.
Mit jeder Reaktion, die signalisiert:
„Danke, dass du mir das erzählt hast.“
Familienberatung: Beziehung und Vertrauen stärken
Sie wünschen sich eine vertrauensvolle Beziehung zu Ihrem Kind und möchten Konflikte liebevoll begleiten?
In meiner Familienberatung unterstütze ich Eltern dabei, ihr Kind besser zu verstehen, Grenzen klar und wertschätzend zu setzen und eine starke Verbindung im Familienalltag aufzubauen.
Denn Kinder brauchen nicht perfekte Eltern – sie brauchen Erwachsene, denen sie vertrauen können.
Sophia Pawisa, Familienberaterin in Kirchheim unter Teck und Umgebung

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