Du bist keine schlechte Mama, wenn... du die Schlafenszeit herbeisehnst
- 4. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Warum Vorfreude über Ruhephasen nichts über deine Liebe aussagt - sondern oft ein Zeichen dafür ist, wie viel du täglich gibst

Den ganzen Tag bist du gefragt.
Du tröstest, organisierst, erinnerst, begleitest, räumst auf, beantwortest Fragen, schlichtest Streit und versuchst nebenbei noch, irgendwie deinen eigenen Bedürfnissen gerecht zu werden.
Und dann kommt der Abend.
Die Zähne sind geputzt, die Geschichte ist vorgelesen, das Nachtlicht leuchtet.
Und tief in dir denkst du:
„Endlich.“
Vielleicht sogar:
„Ich kann die Schlafenszeit kaum erwarten.“
Und genau in diesem Moment meldet sich oft das schlechte Gewissen.
„Müsste ich die gemeinsame Zeit nicht mehr genießen?“
Viele Mütter glauben, sie müssten jede Minute mit ihren Kindern auskosten.
Schließlich wachsen Kinder so schnell.
Schließlich werden sie irgendwann groß.
Schließlich sollte man jede Kuscheleinheit genießen.
Doch die Realität sieht häufig anders aus.
Kinder zu begleiten ist wunderschön.
Und kann unglaublich anstrengend sein.
Beides darf gleichzeitig wahr sein.
Du darfst deine Kinder lieben und trotzdem erschöpft sein
Liebe bedeutet nicht, rund um die Uhr verfügbar sein zu wollen.
Liebe bedeutet auch nicht, niemals genervt, müde oder überfordert zu sein.
Tatsächlich verbringen viele Mütter einen Großteil ihres Tages damit, die Bedürfnisse anderer Menschen im Blick zu haben.
Da ist es nur menschlich, sich auf einen Moment zu freuen, in dem niemand etwas von einem möchte.
Ruhe ist kein Luxus
Viele Frauen haben verinnerlicht, dass sie erst dann eine Pause verdient haben, wenn wirklich alles erledigt ist.
Doch so funktioniert Familienleben selten.
Es gibt immer noch etwas aufzuräumen.
Immer noch eine Nachricht zu beantworten.
Immer noch Wäsche zu falten.
Immer noch etwas zu organisieren.
Deshalb ist die Vorfreude auf einen ruhigen Abend oft kein Zeichen von Ablehnung, sondern ein Zeichen dafür, dass dein Akku wieder aufgeladen werden möchte.
Kinder profitieren von entspannten Eltern
Interessanterweise haben Kinder nichts davon, wenn ihre Eltern dauerhaft über ihre Grenzen gehen.
Sie profitieren viel mehr von Erwachsenen, die ihre eigenen Bedürfnisse ernst nehmen.
Die sich Pausen erlauben.
Die Kraft tanken.
Die am nächsten Morgen wieder mit mehr Geduld und Gelassenheit in den Tag starten können.
Du bist nicht allein
Wenn du die Schlafenszeit manchmal herbeisehnst, bist du damit nicht allein.
Vermutlich geht es vielen Müttern ähnlich.
Nur sprechen wir oft zu selten darüber.
Vielleicht, weil wir Angst haben, dass andere denken könnten, wir würden unsere Kinder nicht genug lieben.
Dabei ist meist das Gegenteil der Fall.
Gerade die Mütter, die sich am meisten kümmern, haben oft den größten Bedarf an Ruhe.
Fazit
Du bist keine schlechte Mama, wenn du dich auf den Abend freust.
Du bist keine schlechte Mama, wenn du die Schlafenszeit herbeisehnst.
Du bist keine schlechte Mama, wenn du manchmal einfach fünf Minuten Stille brauchst.
Du bist ein Mensch.
Und Menschen brauchen Pausen.
Familienberatung: Grenzen setzen mit Herz
In meiner Familienberatung begleite ich Eltern dabei, ihren Familienalltag entspannter zu gestalten, die Bedürfnisse aller Familienmitglieder in den Blick zu nehmen und liebevolle Grenzen zu setzen.
Denn Kinder brauchen keine perfekten Eltern. Sie brauchen Erwachsene, die gut für sich selbst sorgen und gleichzeitig in Verbindung mit ihnen bleiben.
Sophia Pawisa, Familienberaterin in Kirchheim unter Teck und Umgebung

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